4 gute Gründe für den ÖPNV<
Es besteht kein Zweifel: Die Mobilität kann nur dann langfristig nachhaltiger werden und das Klima schützen, wenn mehr Menschen den ÖPNV nutzen. Die Gründe hierfür sind vielfältig:
#1 CO₂-Reduktion
Immer dann, wenn Menschen auf ein Individualverkehrsmittel wie das Auto verzichten und stattdessen den ÖPNV nutzen, wird der Ausstoß von CO₂ verringert. Laut Greenpeace Deutschland vermeidet der öffentliche Nahverkehr aktuell 9,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr (Quelle).
Oder anders herum formuliert: Im Mittel verursacht ein Pkw pro Personenkilometer etwa das Vier- bis Fünffache der CO₂-Emission im Vergleich zu Bus und Bahn (Quelle).
#2 mehr Platz in Innenstädten
Mehr ÖPNV-Nutzung bedeutet stets weniger Autos auf den Straßen. Das würde vor allem in Innenstädten signifikante Vorteile mit sich bringen. So wäre beispielsweise deutlich mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Außerdem könnten nicht mehr benötigte Parkplätze in Grünflächen umgewandelt werden, die ebenfalls einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
#3 Weniger Staus und Schadstoff-Ausstoß
Je mehr Personen mit Bus und Bahn unterwegs sind, desto besser. Ein vollbesetzter Bus kann beispielsweise 20 bis 50 (!) Autos ersetzen. Das wiederum bedeutet: weniger Verkehr auf den Straßen = weniger Staus = weniger Spritverbrauch und weniger Schadstoffausstoß.
#4 Fahrzeug = „Stehzeug“
In der Regel wird ein Auto nur eine Stunde pro Tag tatsächlich genutzt. Die restlichen 23 steht es herum und verursacht passive Kosten in Form von Reparaturen, Steuern und Versicherungen.
ÖPNV muss weiter ausgebaut werden
Auch wenn die meisten Regionen in Thüringen bereits gut an den ÖPNV angebunden sind – beispielsweise durch die Mitglieder von Bus & Bahn Thüringen e. V. – besteht natürlich weiterhin Optimierungsbedarf. Denn der beste Anreiz, das Auto stehen zu lassen, ist nun einmal ein verlässlicher und möglichst gut ausgebauter Personennahverkehr.
Damit die Klimaziele erreicht werden können, muss der Busverkehr verdoppelt werden und der Schienenverkehr um die Hälfte wachsen, so das Ergebnis einer Studie, die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben wurde (Quelle). Um das zu realisieren, sind vor allem drei Ressourcen notwendig:
- mehr finanzielle Mittel
- mehr Fahrzeuge (möglichst emissionsfrei)
- mehr Personal
Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) schätzt, dass bis 2030 rund 80.000 Beschäftigte der Branche in den Ruhestand gehen werden. Gleichzeitig müssen 110.000 neue Beschäftigte eingestellt werden, um die Verkehrswende erfolgreich durchzuführen (Quelle). Auch die Mitglieder von Bus & Bahn Thüringen e. V. sind stets auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Emissionsfreie Verkehrsmittel auf dem Vormarsch
Obwohl Busse und Bahnen im Vergleich zum Individualverkehr grundsätzlich weniger Emissionen ausstoßen, kann das Klima natürlich nur geschützt werden, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen langfristig und umfassend reduziert wird. E-Mobilität und emissionsfreie Fortbewegung spielen daher auch im ÖPNV eine zentrale Rolle.
Laut „PwC-E-Bus-Radar“ waren 2025 4.752 Busse emissionsfrei auf deutschen Straßen unterwegs – 4.034 batterieelektrisch, 628 betrieben durch Brennstoffzellen und 90 Oberleitungsbusse. Allein im letzten Jahr haben Verkehrsunternehmen insgesamt 1.397 E-Busse neu in Betrieb genommen (Quelle).
Besonders erfreulich: Auch abseits der großen Metropolen sind die E-Busse längst fester Bestandteil im ÖPNV. Mehrere Mitglieder von Bus & Bahn Thüringen e. V. sind von den emissionslosen Fahrzeugen begeistert und bauen ihre Flotten stetig aus. Hier erfahren Sie, wie E-Mobilität im eher ländlich geprägten Thüringen funktionieren kann.
Gut zu wissen: Das Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge – eine konkrete Umsetzung der EU-Richtlinie „Clean Vehicle Directive“ – schreibt auch Thüringer Verkehrsunternehmen vor, dass ab 2026 nur noch 35 % der Neufahrzeuge (Klasse M3) einen Dieselmotor haben dürfen. Die anderen 65 % müssen emissionsarm beziehungsweise emissionsfrei fahren ([Quelle](http://gesetz„/)).
Flexible Modelle als ideale Ergänzung
Dort, wo der herkömmliche ÖPNV an seine Grenzen stößt, werden zukünftig noch häufiger individuelle Verkehrsmodelle zum Einsatz kommen, um das Angebot zusätzlich zu stärken. Während sich Rufbusse bereits seit vielen Jahren etablieren, sind derzeit vor allem flexible On-Demand-Angebote auf dem Vormarsch. Vor allem im ländlichen Raum erhöhen diese die Attraktivität des ÖPNV in hohem Maße.
Laut VDV gab es Anfang 2019 noch rund 10 On-Demand-Angebote in ganz Deutschland. Ende 2022 waren es –nach einer umfassenden Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes im Jahr 2021 – schon über 80 Projekte (Quelle). Auch die KomBus GmbH hat mit KombusFlex seit Ende 2025 ein individuelles Fahrgastangebot, das „on demand“, also auf Abruf, zur gewünschten Zeit an eine gewünschte Haltestelle kommt.
Flexible Bedienformen, die den ÖPNV deutschlandweit stärken und einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sind beispielsweise:
- Rufbus
- On-Demand-Bus
- Kleinbuslinien
- Multibus (kann auch als Taxi genutzt werden)
- multimodale Angebote, z. B. Fahrradabteile, -träger und -anhänger







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