Die Thüringer Museumslandschaft ist abwechslungsreich und überraschend. Für nahezu jedes Interessengebiet gibt es die passende Anlaufstelle, die den Wissenshorizont erweitert. Ein Ausflug ins Museum ist daher stets eine gute Idee – erst recht, wenn die An- und Abreise ganz mühelos mit Bus und Bahn angetreten wird. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen neun Museen in Thüringen vor, die Sie ganz unkompliziert mit dem ÖPNV erreichen.

Thüringer Museumspark Gehlberg

Man könnte meinen, im Thüringer Museumspark gilt das Motto „Warum nur ein Museum besuchen, wenn auch sechs möglich sind?“. Denn hier, im beschaulichen Gehlberg bei Suhl, erwarten Besucher zwei Gebäude mit insgesamt sechs Themenbereichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben dem Glas- und Röntgenröhrenmuseum, dem Heimatmuseum und dem Wettermuseum gibt es auch ein Wilderermuseum, ein Postamtmuseum und die Terra Thuringia, eine schillernde Mineralienausstellung.

Mehr Informationen: Thüringer Museumspark

ÖPNV: Gehlberg, Wendeschleife, Linien 448 (MBB), R (SNG), Gehlberg, Bahnhof, RB44 (STB)

Automobile Welt Eisenach

Foto: ThueCAT - © Tino Sieland
Der Automobilbau gehört zu Eisenach wie Luther und Bach. Darum wird ihm in einem denkmalgeschützten Industriegebäude auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Automobilwerks Eisenach (AWE) auf besondere Weise gedacht. Die Ausstellung in der Automobilen Welt Eisenach umfasst unterschiedliche Fahrzeuge von DIXI über BMW bis hin zu OPEL. Die unangefochtenen Stars des Museum sind jedoch die Wartburgs, die von 1956 bis 1991 in Eisenach gebaut wurden. Neben imposanten historischen Fahrzeugen hält die Automobile Welt Eisenach noch viele weitere spannende Exponate bereit, darunter eine historische DIXI-Werkstatt.

Mehr Informationen: Automobile Welt Eisenach

ÖPNV: Eisenach, Landratsamt, Linie 7 (Wartburgmobil), Eisenach, Hauptbahnhof, RB6, RB20, RB41, RE1, RE16 (DB Regio, STB)

Historicum Zinnfigurenmuseum Schmalkalden

Rund 21.000 handbemalte und vollplastische Zinnfiguren auf fast 400 m² – das ist das Historicum Zinnfigurenmuseum im Herzen von Schmalkalden. Das Museum versteckt sich hinter der Stadtkirche Sankt Georg und führt seine Gäste auf einzigartige Weise durch die Menschheitsgeschichte. Denn die Zinnfiguren, die hier ausgestellt sind, zeigen viele verschiedene Szenerien von der Urzeit bis in die Gegenwart. Wie dreidimensionale Wimmelbilder laden die Dioramen dazu ein, Details zu entdecken und Geschichte auf diese Art neu zu erleben. Das Zinnfigurenmuseum Schmalkalden ist die größte private Sammlung dieser Art in Deutschland, die öffentlich zugänglich ist.

Mehr Informationen: Historicum Zinnfigurenmuseum

ÖPNV: Schmalkalden, Haargasse, Linie 41 (MBB), Schmalkalden, Bahnhof, RB41, RB44, RE50 (STB)

NaturHistorisches Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen

Foto: ThueCAT - © KeinECKMedia - Robert Fehringer
Wo stapfen Dinosaurier über einen Burghof? Wo kann man 300 Millionen Jahre Thüringer Geschichte bestaunen? Wo befindet sich der höchste Aussichtspunkt von Schleusingen? Die Antwort auf all diese Fragen lautet: natürlich im NaturHistorischen Museum im Schloss Bertholdsburg! Die Ausstellung, die hier bestaunt werden kann, bietet einen interessanten Themenmix und verspricht damit einen ebenso kurzweiligen wie informativen Ausflug.

Mehr Informationen: NaturHistorisches Museum Schloss Bertholdsburg

ÖPNV: Schleusingen, Zentralhaltestelle, Linien 202, 205, 225 (WerraBus)

Deutsch-deutsches Museum Mödlareuth

Das kleine Örtchen Mödlareuth blickt auf eine spannende Geschichte zurück. Einst durch die innerdeutsche Grenze geteilt, liegt es auch heute noch zum einen Teil in Thüringen und zum anderen in Bayern. Damit ist das Dorf, das augenzwinkernd auch als „Little Berlin“ bezeichnet wird, der perfekte Standort für eine Gedenkstätte zur Teilung Deutschlands.

Das Deutsch-deutsche Museum Mödlareuth besteht aus einem modernen Hauptgebäude, einem Fahrzeugdepot und einem Außengelände mit ehemaligen Grenzanlagen. Inhaltlich konzentriert sich das Museum u. a. auf Zwangsaussiedlungen, Grenzüberwachungsorgane, illegale Grenzübertritte und den Alltag an der Grenze.

Mehr Informationen: Deutsch-deutsches Museum Mödlareuth

ÖPNV: Mödlareuth, Linien 710, 1566 (KomBus)

Schlossmuseum Arnstadt

Das Arnstädter Schlossmuseum entführt seine Gäste in die Zeit des Barock. Neben einer modernen Bach-Ausstellung und den prunkvoll rekonstruierten Räumen der Beletage voller historischer Möbel und Kunstschätze ist es insbesondere die Puppenstadt „Mon plaisir“, die die Besucher anlockt. Die einzigartige und bisweilen auch eigenwillige Sammlung wurde von Fürstin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt angelegt und zeigt unterschiedliche (Alltags-)Szenen, die sich am Hof einer kleinen Residenz zur Zeit des Barocks abgespielt haben (könnten).

Gut zu wissen: Aktuell werden die 82 Puppenstuben mit 472 Puppen und 3.551 Gegenstände aufwändig restauriert. Zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2026 wird jedoch eine Schauwerkstatt eröffnet, die einen Vorgeschmack auf die künftige Dauerausstellung liefert.

Mehr Informationen: Schlossmuseum Arnstadt

ÖPNV: Arnstadt, Bustreff, Linien 352, 354, 355, 357, 360, 363, 385 (IKV), Arnstadt, Hauptbahnhof, RB44, RB45, RB46, RE7, RE50 (DB Regio, STB)

Museum für Glaskunst Lauscha

Kein anderer Ort in Thüringen ist so sehr mit der Handwerkskunst des Glasblasens verknüpft wie Lauscha. Es erscheint darum nur logisch und konsequent, dass der „Geburtsort“ der gläsernen Weihnachtsbaumkugel ein eigenes Museum für Glaskunst besitzt und darin die Geschichte des filigranen Handwerks erzählt.

Die Sammlung des Museums umfasst sowohl historische als auch moderne Glaserzeugnisse aus Lauscha und dem Thüringer Wald und ist barrierefrei zugänglich. Eine Etage unter dem Museum wird noch heute Glas in der Farbglashütte geschmolzen und weiterverarbeitet.

Mehr Informationen: Museum für Glaskunst

ÖPNV: Lauscha, Farbglashütte, Linie 705 (OVG Son), Lauscha, Bahnhof, RB41 (STB)

Naturkundemuseum Erfurt

Foto: © Stadtverwaltung Erfurt
Das Naturkundemuseum Erfurt begeistert Jung und Alt mit seiner vielseitigen Ausstellung und den faszinierenden Exponaten. Ob glitzernde Mineralien, eine imposante Sammlung der tierischen Bewohner Thüringens, eine Reise durch die Erdgeschichte oder ein Streifzug durch die Lebensräume, die unser Bundesland zu bieten hat – das Museum im Erfurter Zentrum bietet seinen Besuchern unzählige spannende Eindrücke. Der unangefochtene „Publikumsliebling“ der Dauerausstellung befindet sich im Keller: Ein schwankender Schiffskörper voller tierischer Passagiere – die Arche Noah als Symbol für die Bewahrung der Artenvielfalt.

Mehr Informationen: Naturkundemuseum Erfurt

ÖPNV: Erfurt, Busbahnhof, u. a. Linien 208, 220 (Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda mbH), 350, 357 (IKV), Erfurt, Hauptbahnhof, RB 20, RB 21, RB 23, RB 44, RB 46, RB 59, RE 1, RE 3, RE 7, RE 16, RE 50 (DB Regio, STB)

Stadtmuseum im Augustinerkloster Bad Langensalza

Das Stadtmuseum von Bad Langensalza beschäftigt sich mit der Geschichte der Kurstadt und greift dabei verschiedene Facetten und Geschehnisse auf. So umfasst die Ausstellung beispielsweise ein imposantes Diorama, das die Geschehnisse der Schlacht bei Langensalza von 1866 plastisch darstellt, und einen Rundgang zur Kloster- und Stadtgeschichte. Das Highlight des Museums ist das Altarkreuz von Johann Heinrich Köhler, das der einstige königlich-sächsische Hofjuwelier von August dem Starken seiner Taufkirche in Langensalza nach seinem Tod vermachte. Das prunkvolle Exponat ist üppig mit Schmuck- und Edelsteinen besetzt und gilt als eines der Meisterwerke der barocken Goldschmiedekunst. Das Altarkreuz bildet das Herzstück der Dauerausstellung „Der Langensalzaer Goldjunge“, die sich mit dem Leben und Wirken Köhlers beschäftigt.

Mehr Informationen: Stadtmuseum Bad Langensalza

ÖPNV: Bad Langensalza, Treffpunkt Wiebeckplatz, Linien 150 (Verkehr Hainich OHG), 726, 728, 743, A, B (SalzaTours), Bad Langensalza, Bahnhof, RB52, RB53, RE1 (DB Regio)

Ob Geschichte, Kunst, Natur, Handwerk oder Wissenschaftliches – Thüringens Museen halten viele interessante und informative Erkenntnisse für ihre Gäste bereit und sind jederzeit einen Besuch wert.

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