Fahrradtouren zum nächsten See, zu spannenden Ausflugszielen oder schattigen Plätzchen gehören ebenso zum Sommer wie Eisbecher und Sonnencreme. Wer einen Ausflug mit längerer Anreise plant oder nicht die gesamte Strecke mit dem Rad fahren möchte, muss jedoch nicht zwangsweise das Auto nutzen. Auch der ÖPNV, also die Busse und Bahnen in unserer Region, sind überwiegend auf die Mitnahme von Fahrrädern ausgelegt. Was Sie über die Fahrradmitnahme im ÖPNV wissen müssen und wie Sie spielend leicht Ihre nächste Radtour inklusive Bus- oder Bahnfahrt planen, verrät Ihnen dieser Blogbeitrag.
Darf ich mein Fahrrad in Bus und Bahn transportieren?

Dank der Gemeinsamen Beförderungsbedingungen der Thüringer Bus-, Straßenbahn- und Eisenbahnunternehmen gelten bei uns im Freistaat einheitliche Regeln, was die Mitnahme von Fahrrädern und E-Bikes betrifft.
Generell ist es erlaubt, sein Fahrrad im Bus oder in der Bahn mitzunehmen – allerdings nur „im Rahmen der bestehenden Kapazitäten“, wie es in den Beförderungsbedingungen heißt. Es besteht also kein Rechtsanspruch, auch nicht bei Reservierung. Diese Aspekte sollten Sie kennen, wenn Sie Ihr Rad im ÖPNV mitführen wollen:
- Fahrgäste, Kinderwagen und Rollstühle haben stets Vorrang
- die Mitnahme darf Weiterfahrt nicht verzögern
- Fahrräder dürfen keine Gefahr für andere Fahrgäste darstellen
- bei Umstieg ist eine Mitnahme auf der Folgefahrt nicht garantiert
- nicht jedes Fahrzeug ist für die Mitnahme von Fahrrädern geeignet (vorher informieren)
- die Fahrradmitnahme bestenfalls beim Verkehrsunternehmen ankündigen
- in Busunternehmen ist die Fahrradmitnahme i. d. R. kostenpflichtig, in Nahverkehrszügen kostenfrei
- ausgeschlossen von der Mitnahme sind zulassungs-/versicherungspflichtige Fahrzeuge und Sonderkonstruktionen wie Liege-, Drei- und Lastenräder sowie Tandems
Noch mehr Informationen zur Fahrradmitnahme in Bus und Bahn finden Sie in diesem Artikel auf unserem Blog.
Wie plane ich meinen Ausflug mit Fahrrad und ÖPNV?
Thüringen ist ein Eldorado für Radfahrer. Zahlreiche Radwege – von der Städtekette über den Rennsteig bis hin zu diversen Fluss-Radwegen – führen kreuz und quer durchs Bundesland und stellen Radsportler und Freizeit-Radler vor die Qual der Wahl. Wenn Sie Ihre nächste Ausfahrt planen und dabei auch streckenweise den ÖPNV nutzen wollen, haben Sie zum Glück verschiedene Möglichkeiten, eine abwechslungsreiche Route zu planen und dabei auch immer die nächstgelegene Haltestelle im Blick zu behalten. Im Folgenden möchten wir Ihnen zwei Planungstools etwas genauer vorstellen.
#1 Der Radroutenplaner Thüringen
Mit dem Radroutenplaner Thüringen können Sie Touren im ganzen Freistaat planen. Entweder Sie erstellen eine freie Strecke ganz nach Ihrem Geschmack oder Sie lassen sich von den unzähligen Themenrouten und Routentipps inspirieren. Auf der Karte werden Ihnen neben Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Unterkünften auch stets ÖPNV-Haltestellen angezeigt. Über die verlinkte Fahrplanauskunft von Bus & Bahn Thüringen e. V. können Sie anschließend herausfinden, wann hier ein Bus oder Zug ankommt beziehungsweise abfährt.
#2 Das Tourenportal Thüringer Wald
Diejenigen, die im Sommer eine Radtour im kühlen Mittelgebirge planen, können hierfür auch das Tourenportal Thüringer Wald nutzen. Dieses ist vielen als gute Informationsquelle für Wanderungen bekannt, kann aber auch für die Recherche von Fahrradtouren genutzt werden. Neben Filterfunktionen wie Fahrrad-Typ, Familienfreundlichkeit und Einkehrmöglichkeiten gibt es auch hier die Option, sich ÖPNV-Haltestellen anzeigen zu lassen. Mit diesen Informationen können Sie nicht nur Ihre Rückreise planen, sondern wissen auch immer, bis wohin Sie radeln müssen, wenn Ihnen unterwegs doch die Puste ausgehen sollte. Über den BBT-Routenplaner können Sie dann erfahren, wann der nächste Bus oder die nächste Bahn zurück nach Hause fährt.
5 Tipps für eine entspannte Fahrradmitnahme
Viele Freizeit-Radler scheuen davor zurück, den ÖPNV für längere Touren mit dem Fahrrad zu nutzen. Dabei können Bus und Bahn eine echte Entlastung sein und noch dazu völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Falls auch Sie in Zukunft von dieser Kombination profitieren wollen, haben wir hier ein paar hilfreiche Tipps für Sie zusammengestellt.
#1 Kontaktieren Sie das Verkehrsunternehmen im Vorfeld
Indem Sie Ihr Fahrrad im Vorfeld anmelden, erhalten Sie zwar keine Garantie für die Mitnahme, aber Sie ermöglichen es dem Verkehrsunternehmen, auf einen eventuell erhöhten Bedarf zu reagieren. Unter Umständen kann dieses dann ein größeres Fahrzeug, einen Fahrradträger oder -anhänger einsetzen. Für größere Gruppen (meist ab fünf Personen) ist eine Anmeldung sogar Pflicht.
#2 Meiden Sie „Stoßzeiten“
Gerade im Pendlerverkehr, am Wochenende sowie an Feiertagen ist der ÖPNV häufig besonders hoch frequentiert, wodurch eine Fahrradmitnahme nicht möglich ist. Es wäre ärgerlich, wenn Sie an der Haltestelle zurückgelassen werden, also meiden Sie solche Stoßzeiten lieber, wenn möglich.
#3 Beachten Sie abweichende Fahrpläne
Am Wochenende und in den Ferien fahren für gewöhnlich weniger Busse als unter der Woche. Auch im Zugverkehr kann es – je nach Wochentag – zu Abweichungen kommen. Darum ist es ratsam, sich im Vorfeld genau über Abfahrtzeiten und angefahrene Haltestellen zu informieren. Der BBT-Routenplaner ist Ihnen hierbei behilflich.
#4 Fixieren Sie das Fahrrad sicher
Während es in Zügen meist Gurte gibt, mit denen die Fahrräder am Wegrollen gehindert werden, ist in Bussen etwas mehr Improvisationstalent gefragt. Wenn Sie Ihr Rad nicht die ganze Fahrt über festhalten wollen – Sie sind dafür verantwortlich, dass es keine anderen Fahrgäste gefährdet –, können Sie beispielsweise Spanngummis mit Haken einpacken. Auch das Fahrradschloss schützt vor dem Wegrollen bei einer Bremsung oder Kurve. Grundsätzlich sollten Sie Ihr Fahrrad, egal wie gut es gesichert ist, nie aus den Augen lassen.
#5 Lassen die den Akku am E-Bike
E-Biker sollten nie die Akkus vom Rahmen Ihrer Fahrräder entfernen, weil diese dann als Gefahrgut gelten und nicht im Personenverkehr befördert werden dürfen. Bleiben die Akkus hingegen am Rad, gibt es in den meisten Fällen keine Probleme. Wenn Sie dennoch unsicher sind, ob ihr Verkehrsunternehmen auch E-Bikes mitnimmt, können Sie es im Vorfeld kontaktieren und nachfragen.
Ob für die An- und Abreise, als Ergänzung, um eine Runde zu komplettieren, oder als „Notfall-Plan“, falls einen unterwegs die Kraft verlässt: Der ÖPNV unterstützt überall da, wo es notwendig ist, und sorgt dafür, dass Sie auch im Sommer abwechslungsreiche Fahrrad-Ausflüge machen können. Bus & Bahn Thüringen e. V. wünscht Ihnen dabei viel Freude.






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